Software Defined Workspace

Wie der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen könnte

05.10.2018
Von 
Stefan Fritz ist Senior Vice President im CANCOM-Konzern und Experte für faire digitale Plattformen. Seine Leidenschaft ist die Entwicklung und Umsetzung von As-a-Service-Geschäftsmodellen für die digitale Welt von morgen.

Applikations-zentrierte Verwaltung

Die Verwaltung eines Arbeitsplatzes erfolgt heute vor allem über ein einheitliches und allgemeingültiges Delivery-Modell. In Zukunft ist es wichtig, dem Anwender abhängig vom Ort und dem verwendeten Gerät das richtige Set an Applikationen bereitstellen zu können.

Es wird nicht mehr reichen, dass sich ein Benutzer im Selfservice seine benötigten Prozess-Unterstützungs-Werkzeuge buchen und der Vorgesetzte diese Applikationen ohne weitere Einbindung der IT-Abteilung genehmigen kann. Denn der Benutzer benötigt abhängig vom erforderlichen Workstyle unterschiedliche Sets an Applikationen.

Die komplette Verwaltung der verschiedenen Arbeitsplätze (Endgeräte, Workstyles) geschieht Applikations-zentriert. Bei der Buchung einer Applikation erfolgt die Einstellung, in welchen Workstyles und auf welchen Endgeräten man diese nutzen möchte. Applikationen mit Abhängigkeiten untereinander werden als Applikations-Sets verwaltet und den Benutzern zugeordnet.

Das gleiche gilt für den Zugriff auf Daten. Der Vorgesetzte muss für sein Team festlegen können, auf welche Daten aus welchen Applikationen und in welchen Workstyles zugegriffen werden kann.

The Cloud Way of Computing

Der bisherige Aufbau von Arbeitsplatz-Infrastrukturen erfolgte in der Regel an dem Ort, an dem sich die meisten Arbeitsplätze befanden oder wo die meisten Daten der Unternehmen lagen. Interessanterweise ist dies in den meisten Installationen so, obwohl der virtuelle Arbeitsplatz des Nutzers auch heute schon durch Netzwerkbandbreiten nahezu unabhängig vom Ort der physischen Serverinfrastruktur ist.

Diese Artefakte aus alten Tagen der IT-Architekten gilt es über Bord zu werfen. Zum Glück wird es in verteilten Umgebungen auch immer schwieriger, "drinnen" und "draußen" aus Unternehmenssicht zu definieren. Die beschriebenen verschiedenen Workstyles - also die variable Nutzung der IT durch scheinbar homogene Nutzergruppen - verstärken diesen Trend noch massiv. Daher lautet die wichtigste Anforderung an eine Workspace-Infrastruktur jetzt: Unabhängigkeit von der Infrastruktur.

Wieso sollten graphikintensive Applikationen für den Workstation-Dauereinsatz nicht On-Premises und damit nahe bei den Arbeitsplätzen liegen, die ab und zu von unterwegs genutzten Zugänge zu der Software hingegen in der Cloud? Weil man sich bisher festlegen musste und es kein System gab, bei dem man Workspaces unabhängig von der darunter liegenden Infrastruktur bereitstellen konnte.

Genau dies ist aber die zentrale Anforderung an einen Workspace-Umgebung der Zukunft: Infrastruktur-Unabhängigkeit. Denn dadurch erreich man in einer SDW-Umgebung die Nutzung der Vorteile des Cloud Way of Computing - egal ob die genutzte Infrastruktur On-Prem bereitgestellt wird, oder schon IaaS-Modelle aus der Cloud genutzt werden.

Infrastruktur-unabhängige Bereitstellung des Arbeitsplatzes

Der Software Defined Workspace verbindet damit bisher getrennte Verwaltungsebenen für Applikationen, Daten, Arbeitsweisen und die darunter liegende Infrastruktur.

SDW ermöglicht das einheitliche Management für:

  • Unterstützung von unterschiedlichen Workstyles

  • Absolute Infrastruktur-Unabhängigkeit (On-Prem/ Cloud)

  • Bereitstellung von Application Sets/ DataSets

Der Software Defined Workspace flexibilisiert damit nicht nur die angepasste Bereitstellung eines virtuellen Arbeitsplatzes, der abgestimmt auf den sich zeitlich verändernden Bedarf eines Benutzers ist, sondern er entkoppelt die Bereitstellung auch von der physischen Infrastruktur.

Der bisherige Aspekt der Bereitstellung eines spezifischen Workspaces zu jedem Zeitpunkt, an jedem Ort, auf jedem Endgerät wird erweitert um die zeitlich flexible Zuordnung von Applikations-Sets für das spezifische Endgerät (Unterstützung von Workstyles) und die Unabhängigkeit des virtuellen Arbeitsplatzes von der physischen Infrastruktur.

Eine sinnvolle Ergänzung für den SDW ist die Anbindung an Marketplaces, um den IT-Delivery Prozess für den Workspace mit den kaufmännischen Transaktionen der Applikation-Bereitstellung zu verbinden. (hal)