R&D-Center Lissabon

NFON stellt Weichen auf Expansion

15.09.2020
Von 
Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Statt wie andere Unternehmen während der Coronakrise einen Gang zurückzuschalten und geplante Investitionen on hold zu setzen, stellt der Münchner Cloud-PBX-Anbieter NFON die Weichen auf Expansion.
Der Münchner Cloud-Telefonie-Anbieter NFON eröffnet in Lissabon ein neues Entwicklungszentrum.
Der Münchner Cloud-Telefonie-Anbieter NFON eröffnet in Lissabon ein neues Entwicklungszentrum.
Foto: Aron M - shutterstock.com

Statt wie andere Unternehmen während der Coronakrise einen Gang zurückzuschalten und geplante Investitionen auf on hold zu setzen, stellt der Münchner Cloud-PBX-Anbieter die Weichen auf Expansion: In Lissabon eröffnet das Unternehmen im September ein neues R&D-Center. "Wir werden mit unserem Nearshore-Standort in Portugal unsere Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Markt ausbauen und sichern. Kapazitäten im Bereich Research & Development sind das A und O für höchste Innovationskraft gepaart mit R&D-Speed ohne Limit", unterstreicht Jan-Peter Koopmann, Chief Technology Officer bei NFON.

Nearshore statt Offshore

Die Eröffnung des neuen R&D-Centers in Portugal bedeutet aber nicht das Aus für die deutschen Entwicklungsstandorte. Hierzulande hatte das Unternehmen mit über 400 Mitarbeitern aber zuletzt Schwierigkeiten, geeignete Entwickler für die Bereiche Frontend, Backend, PHP, Mobile App Development (iOS und Android), User Experience Design, DevOps und Cloud-Architektur zu finden. Und neue Mitarbeiter und Entwickler brauchen die Münchner, wenn sie an ihrem derzeitigen Wachstumskurs festhalten und den Funktionsumfang ihres Portfolios weiter ausbauen und etwa offene Flanken wie im Bereich Videoconferencing schließen wollen. Im ersten Quartal 2020 konnte der VoIP-BX-Anbieter die Zahl der Nebenstellen um rund 20 Prozent auf über 467.000 steigern und seinen Gesamtumsatz um 35,5 Prozent im Vergleich zu 2019 erhöhen.

Die hohe Zahl an MINT-Absolventen macht Lissabon als Entwicklungsstandort interessant.
Die hohe Zahl an MINT-Absolventen macht Lissabon als Entwicklungsstandort interessant.
Foto: GaudiLab - shutterstock.com

Wie viele Unternehmen in einer ähnlichen Situation stand NFON damit vor der Entscheidung: Nearshoring oder Offshoring. Letztlich entschied sich das Management mit dem Standort Lissabon für eine Nearshoring-Lösung - zumal die portugiesische Metropole unter Kennern der Szene schon lange als einer der europäischen Tech-Hubs bekannt ist. So haben neben Google bereits etliche namhafte europäische Autobauer - darunter Daimler, BMW und VW - sowie andere Unternehmen wie Siemens oder Zalando eigene Entwicklungsstandorte aufgebaut.

Lissabons MINT-Vorteile

Für den Standort Portugal und Lissabon sprach neben weiteren Standortvorteilen unter anderem die hohe Zahl an MINT-Absolventen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Zudem habe man hier eine sehr gute und breite Integration der englischen Sprache vorgefunden. Des Weiteren passe die dortige Arbeitsmentalität gut zum deutschen Arbeitsstil. Und last, but not least zeichneten sich die jungen Arbeitnehmer durch eine sehr hohe Affinität für internationale Entwicklungsprojekte aus, heißt es bei NFON. Dadurch sei das Angebot an Entwicklern in den Bereichen Frontend, Backend, PHP und generell Coding hoch, so Markus Krammer. Krammer, bislang Vice President Products & New Business bei NFON, wird der Managing Director des neuen F&E-Standorts.

Markus Krammer wird Managing Director des neuen F&E Standorts von NFON.
Markus Krammer wird Managing Director des neuen F&E Standorts von NFON.
Foto: NFON

Der offizielle Startschuss für den neuen Standort fällt noch im September und Krammer will dann noch in diesem Jahr mit den ersten Entwicklern durchstarten. 2021 plant er dann, das R&D Team auf 30 Spezialisten auszubauen. Für Hans Szymanski, CEO und CFO bei NFON, erreicht das Unternehmen mit der Gründung eines weiteren R&D-Centers einen Meilenstein auf dem Weg, das eigene Ziel, "die Nummer Eins für Cloud-Telefonie in Europa zu werden", zu realisieren.