Das Netz der Zukunft

LPWA-Technologien spielen eine wichtige Rolle bei IoT-Projekten

14.11.2017
Von 
Martin Klapdor ist als Senior Solutions Architect beim Business-Assurance-Anbieter Netscout in der CTO Organisation für mobile Daten- und Sprachdienste sowie für Virtualisierung verantwortlich.

Netzwerk-Monitoring ermöglicht Erkennung von Anomalien beim Endgerät

IoT-Systeme erzeugen einen sehr unregelmäßigen Traffic, der sich durch kurze, heftige Lastenspitzen auszeichnet. Und bestimmte LPWA-Technologien sind bei hoher Netzlast besonders anfällig. Bedenkt man, dass LPWA-Verbindungen über das bestehende LTE-Netz laufen ebenso wie Mobilfunkgeräte-Verbindungen und OTT-Dienste, kann es bei Lastspitzen zu Kapazitätsproblem kommen. Zwar erzeugen NB-IoT-Geräte nur geringen Datenverkehr, doch die Kommunikation kann auch bidirektional erfolgen. Angenommen Carrier oder Unternehmen wollen ihre 20.000 Smart-Meter-Geräte über das LTE-Netz updaten, können weitere Lastspitzen auftreten und die Funkzelle überlasten.

Zudem kann ein NB-IoT-Gerät nur bedingt Störungen melden, vor allem dann nicht, wenn kein Signal vorhanden ist. Wenn Techniker die Geräte dann manuell vor Ort überprüfen müssen, kommt der große preisliche Vorteil von NB-IoT-Geräten, nämlich ihre günstigen Modulpreise von durchschnittlich zehn US-Dollar, nicht mehr zum Tragen.

Über Anomalie-Detektion und Mustererkennung können Carrier und Unternehmen jedoch aus der Ferne überwachen, ob eine Störung vorliegt. Geräte können zwar auch aktiv von Unternehmen angetriggert werden, um eine Status-Meldung abzugeben - dies wirkt sich jedoch auf die versprochenen extrem langen Batterielaufzeiten von mindestens zehn Jahren negativ aus. Zudem ist es kaum effizient, täglich Millionen Devices lediglich für eine Statusmeldung anzupingen.

Service Assurance zur Sicherstellung hoher Netzqualität

Die Marktforscher von Strategy Analytics gehen davon aus, dass es in fünf Jahren weltweit bereits fünf Milliarden LPWA-Verbindungen geben wird. Da aber vor allem lizenzfreie Bänder störungsanfälliger sind, und etwa Übertragungsfehler und Paketverluste auftreten können, ist eine Überwachung des Netzwerkes ratsam. Erste NB-IoT-Projekte gibt es vor allem im B2B-Bereich, etwa im Schienennetz, bei Smart Metering oder Smart Cities mit Pilotprojekten bei Parkleitsystemen.

Gerade im B2B-Bereich sind SLAs jedoch entsprechend streng und die Anforderungen an die Service-Qualität hoch. Auch um eventuellen Vertragsstrafen zu entgehen, kann die genau Überwachung des Netzwerks helfen und sichergestellt werden, dass alle Prozesse optimal laufen. Die Monitoring-Software zeigt, welche Komponenten miteinander kommunizieren und macht somit Abhängigkeiten transparent.

Auch plötzliche Veränderungen können detektiert werden - sei es, dass sich das Antwortzeitverhalten eines Systems ändert, das Datenvolumen unerwartet steigt oder fällt oder Server nicht mehr innerhalb des Quality-of-Service-Levels antworten. Auf diese Weise kann die Fehlersuche eingegrenzt werden. Werden zum Beispiel Zwischenvermittler beziehungsweise externe Dienstleister zwischen Netzbetreiber und Unternehmen eingebunden, können über ein Monitoring die jeweiligen Verantwortlichkeiten bei Störungen zugeordnet werden.