Community Office bei doubleSlash

Gute Gründe, auf Heimarbeit zu verzichten

13.05.2022
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Viele Mitarbeiter bevorzugen einen festen Arbeitsplatz, statt ständig im Home-Office zu arbeiten. Was für das Community Office spricht, lesen Sie hier.
Der richtige Flow im Team entsteht meist, wenn man physisch in der Gruppe an etwas arbeitet - oder zumindest das Arbeitsergebnis und den Erfolg gemeinsam feiert.
Der richtige Flow im Team entsteht meist, wenn man physisch in der Gruppe an etwas arbeitet - oder zumindest das Arbeitsergebnis und den Erfolg gemeinsam feiert.
Foto: hand idea - shutterstock.com

In Stuttgart-Vaihingen hat Daimler in den vergangenen fünf Jahren ein neues Bürogebäude für rund 4000 Mitarbeiter hochgezogen. Jetzt munkelt man, dass Daimler aufgrund der Home-Office-Welle vielleicht gar kein so großes Gebäude mehr braucht. Bei doubleSlash ist das ganz anders. Vor Kurzem hat das Softwareunternehmen sein neues Software Innovationszentrum (SIZ) in Friedrichshafen bezogen.

Community Office: Basis für konstruktives Miteinander?

Eine Umfrage im Vorfeld der Planungen hatte Folgendes ergeben: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen definitiv einen eigenen festen Arbeitsplatz im neuen Gebäude. Das Community Office, so die einhellige Meinung der Belegschaft, sorgt nicht nur für gute Stimmung, es ist auch die Basis für ein kooperatives und konstruktives Miteinander. Es bringt Spaß am Arbeiten, fördert den kreativen Austausch und begünstigt jene überraschenden Wendungen in Entwicklungsprozessen, die das Unternehmen beflügeln. "Erfolg basiert auf Kommunikation und Wissenstransfer, auf Weiterbildung und Teamwork. Dazu brauchen wir eine Arbeitsumgebung, die das unterstützt", erklärt doubleSlash-Gründer und -Geschäftsführer Konrad Krafft.

Der Boden dafür war schon bereitet. Denn die Mitarbeitenden bei doubleSlash verstehen sich seit jeher als eine Gemeinschaft, für die Arbeitsplatzqualität, Leistungsprinzip, Professionalität sowie Lockerheit und Wohlfühlatmosphäre zusammengehören. Eine Gemeinschaft, die Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Verantwortung und zukunftsorientiertes Verhalten nicht nur im Munde führt, sondern lebt und ernsthaft vorantreibt.

So pflegt das Unternehmen unter anderem ganz bewusst soziale Komponenten wie Teamgeist und die finanzielle wie ideelle Beteiligung der Mitarbeitenden - zum Beispiel auch durch einen offenen Innovationsprozess, innerhalb dessen jeder Beschäftigte Ideen einbringen kann, ja soll. Und: doubleSlash hat unlängst von unabhängiger Stelle eine Gemeinwohlbilanz für sich erstellen lassen - die Initiative dazu war aus der Belegschaft gekommen.

Community Office umsetzen: Beispiel doubleSlash

Da war es nur konsequent, im Vorfeld der Planungen abzufragen, welche Erwartungen, Wünsche und Vorstellungen die Mitarbeiter:innen mit dem neuen Gebäude beziehungsweise dem Community Office verbanden. Dass die gesamte Belegschaft in die Planungen einbezogen wurde, sei keineswegs nur als Feigenblatt für eine Art innerbetriebliche Demokratie zu verstehen, so Krafft: "Wir wollten einen Ort schaffen, an dem sich jeder wohlfühlt. Dafür ist es aus unserer Sicht entscheidend, dass wirklich auch alle ihre Ideen einbringen können. Das Prinzip der Partizipation liegt in der DNA unseres Unternehmens."

Es überraschte niemanden, dass die Beteiligung mehr als rege war. Das Thema nahm damals für Monate sowohl im digitalen Raum als auch bei Meetings und Smalltalks hohe Priorität ein. SIZ-Projektleiter Patrick Schmerbach: "Unsere damals rund 140 Kolleginnen und Kollegen am Standort Friedrichshafen haben innerhalb von drei Wochen mehr als 70 Kommentare und rund 200 Hinweise gepostet. Am Ende hatten wir sehr viele konkrete Anregungen und Wünsche - zum Raumkonzept ebenso wie zur Infrastruktur."

Ganz oben auf den Wunschlisten standen helle Räume und geräumige Büros, ausreichend Flächen zum kommunikativen Austausch sowie viele Besprechungsräume in verschiedenen Größen. Außerdem wurden genügend Tiefgaragen- und Fahrradparkplätze, E-Ladestationen, Duschen, Freizeiträume, Pflanzen und vieles mehr gewünscht.

Zwar wurde nicht explizit abgefragt, wie die Mitarbeitenden zu Home-Office versus Community-Office und/oder Großraumbüro stehen, aber der Tenor praktisch aller Posts war klar: Die Beschäftigten wollten auch im neuen Gebäude ihren eigenen festen Arbeitsplatz. Dabei favorisierten sie Büroräume, die sie mit zwei bis vier Kolleg:innen teilen. Davon unberührt blieb und bleibt die schon seit Jahren bei doubleSlash gepflegte Option, im Home-Office zu arbeiten.

Solchermaßen ausgestattet mit den Wünschen und Erwartungen aus der Belegschaft ging das für die Planung des Neubaus verantwortliche Projektteam in die Gespräche mit Architekten und Bauträger. Oberstes Ziel: Mit dem neuen SIZ sollte eine Arbeitswelt von morgen entstehen - ein Ort, an dem Teamwork und Gemeinschaft aktiv gelebt werden, der leben und arbeiten, wirtschaftlichen Erfolg und ein kreatives Miteinander optimal verbindet. Schließlich entstand ein Gebäude, das diese Vision weitgehend Realität werden ließ. "Der einzige Wunsch, den wir nicht umsetzen konnten, war der Pool auf der Dachterrasse", meint Schmerbach schmunzelnd.

Zentral ist das Atrium im Erdgeschoss - eine großer Begegnungsbereich mit weit über hundert Pflanzen, nach oben offen bis zur komplett verglasten Dachfläche. Mit Kaffeebar, vielen unterschiedlichen, zum Teil durch Pflanzeninseln abgetrennten Sitzecken und Platz fürs gemeinsame Mittagessen. Hier finden unter anderem die regelmäßigen "Meet&Eats" statt, die seit langem zur Firmenkultur von doubleSlash gehören. Dabei gibt es während eines vom Arbeitgeber finanzierten Essens kurze Impulsvorträge. "Da sind oft sehr nutzwertige Informationen dabei, die den eigenen Horizont erweitern und neue Perspektiven eröffnen", so Hanna Pfaff, PR-Verantwortliche bei doubleSlash. Für Events oder größere Veranstaltungen bietet das Atrium ferner eine Infrastruktur mit Bühne, guter Akustik und zahlreichen Bildschirmen.

Community Office einrichten: Effizienz meets Entspannung

In den Büros - üblich sind vier Arbeitsplätze pro Büroraum - stehen für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter ein höhenverstellbarer Schreibtisch, zwei Monitore und was man sonst noch zum effizienten und dennoch entspannten Arbeiten braucht: Laptop, Docking-Station, Headset, Whiteboard - und auch hier wieder viele Pflanzen.

Die zahlreichen Besprechungsräume im Haus sind so konzipiert, dass sie größtmögliche Flexibilität für das Arbeiten in der Gruppe bieten - ob mit physischer Anwesenheit vor Ort oder mit online zugeschalteten Gesprächspartner:innen. Gleiches gilt für die Büros. Projektteams haben zusätzlich die Option, sich temporäre Projekt-Spaces einzurichten. Das ganze Gebäude ist offen gehalten - von jedem Stockwerk aus sind Sichtbeziehungen zu den anderen möglich.

Selbstverständlich haben die Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, sich im Freizeit- oder im Fitnessraum eine Auszeit von der Arbeit zu nehmen, um den Kopf wieder freizubekommen - bei Air Hockey, Dart, Kicker, sonstigen Spielen oder in der Gaming-Ecke. Dabei richtet sich die Ausstattung nach den Wünschen der Mitarbeitenden.

Wer lieber im Liegen entspannt, kann das im Ruheraum tun. Darüber hinaus gibt es noch den Eltern-Kind-Raum mit Spielsachen, wo sich die Kleinen beschäftigen können. Wenn der Nachwuchs Aufmerksamkeit fordert, zugleich aber viel Arbeit zu erledigen ist, finden Mama oder Papa hier auch einen voll ausgestatteten Schreibtisch. So lassen sich bei Bedarf Kinderbetreuung und Arbeit verbinden. Außerdem bietet sich die Möglichkeit, dass Kolleginnen und Kollegen, die gerade in Elternzeit sind, mal vorbeischauen und sich austauschen, während die Kinder beschäftigt sind. Die Kita im Competence Park ist übrigens weniger als fünf Gehminuten entfernt.

Auch die fünf Kaffeeküchen laden zum Plaudern ein - sei es über Privates oder Berufliches. Und in der geräumigen Küche können Teams gemeinsam kochen. In der warmen Jahreszeit ist die große Dachterrasse ideal für das Nutzen der Outdoor-Küche oder zum Grillen nach Feierabend. Oder für einen gemeinsamen Film-Abend im Rooftop-Kino. Nicht zu vergessen: Hier kann man zwischendurch ein Sonnenbad nehmen, frische Energie tanken oder die Aussicht über den Bodensee und auf das phänomenale Alpenpanorama genießen.

"Die Frage ist nicht: Home-Office oder Community Office"

Kein Wunder, dass die Beschäftigten von doubleSlash ihre Büros im SIZ gut annehmen. Hinzu kommt der über Jahre gepflegte Teamgeist, wie Projektleiter Patrick Schmerbach anmerkt: "Wir sind im Team erfolgreich geworden, das ist ein wesentliches Element unseres gemeinsamen Wertegerüsts. Selbst Menschen, die gerne allein arbeiten, lassen sich davon begeistern und integrieren sich hier gerne, das erleben wir immer wieder."

Wesentlich aber sei, dass die Mitarbeitenden viel Gestaltungsspielraum haben, wo und wie sie arbeiten wollen. So stehen bei Bedarf auch Einzelbüros zur Verfügung, in die man sich zurückziehen kann. Für intensive Telefonate bieten sich extra eingerichtete Telefonzellen mit moderner Infrastruktur an. Und auf speziellen Projektflächen lässt sich auch teamübergreifend gut zusammenarbeiten. Außerdem gibt es genügend Platz für Stand Up Meetings, die zum Beispiel die Entwickler:innen gerne für ihre "Dailys", also den täglichen Austausch über laufende Projekte, nutzen.

Apropos Flexibilität: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hat Anspruch darauf, zwei Tage pro Woche im Mobile-Office zu arbeiten, so Leonie Hlawatsch, Personalleiterin bei doubleSlash: "Mobile Office gehört für uns genauso zur modernen Arbeitswelt wie das Community Office." Eine New-Work-Kultur, die den Menschen ganz bewusst in den Mittelpunkt stellt, zeigt, so die HR-Verantwortliche, mehrere Effekte: Sie erzeugt ein tragfähiges, nachhaltiges Gefühl der Wertschätzung, sie stärkt Teamgeist und sozialen Zusammenhalt, und sie fördert zugleich die Eigenverantwortlichkeit. Sie sorgt für ein angenehmes Arbeitsklima und schafft eine gute Balance von Lebens- und Arbeitswelt. Und nicht zu vergessen: Sie wirkt sich positiv auf das Image des Unternehmens als Arbeitgeber aus. Beim heutigen Fachkräftemangel ein echter Wettbewerbsvorteil und ein wichtiger Schlüssel, um Mitarbeiter:innen ans Unternehmen zu binden. Das lohnt sich doppelt, denn eine zufriedene Belegschaft ist laut Hlawatsch die Basis für nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Geschäftsführer Krafft ergänzt dazu: "Die Frage ist nicht: Home-Office oder Community Office. Es geht vielmehr darum, optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen. Die müssen flexibel genug sein, um den Bedürfnissen der Menschen entgegenzukommen, die je nach Typ und aktueller Situation variieren. Die Freiheit, die damit einhergeht, fördert das kreative Potenzial und stärkt unsere Innovationskraft." Erfreulicherweise eröffne die moderne digitale Technik die Chance, die Arbeitsumgebung daran auszurichten. Spätestens Corona habe gezeigt, dass man auch remote gut und kreativ zusammenarbeiten könne. Allerdings habe man bei doubleSlash gute Erfahrungen damit gemacht, für Innovationen auf die Schwarmintelligenz zu setzen - und die kommt aus unserer Sicht in Kreativ-Sessions besser zum Tragen, bei denen man sich in einem gemeinsamen Raum befindet. Der richtige Flow im Team entsteht meist, wenn man physisch in der Gruppe an etwas arbeitet - oder zumindest das Arbeitsergebnis und den Erfolg gemeinsam feiert." (pg)