Datenschutz hat höchste Priorität

DuckDuckGo bringt sicheren Windows-Browser heraus

23.06.2023
Von 
Heinrich Vaske ist Editorial Director a.D. von COMPUTERWOCHE, CIO und CSO.
Der Suchmaschinenanbieter DuckDuckGo hat einen Webbrowser für Windows in einem öffentlichen Betatest vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei der Datenschutz.
Der neue Windows-Browser von DuckDuckGo
Der neue Windows-Browser von DuckDuckGo
Foto: DuckDuckGo

DuckDuckGo ist vor allem für seine gleichnamige Suchmaschine bekannt, die ebenfalls ganz dem Datenschutz verpflichtet ist. Charakteristisch für den neuen Browser DuckDuckGo für Windows (Public Beta) ist eine Vielzahl an Privacy- und Sicherheits-Features, darunter ein integrierter Passwort-Manager und ein Ad-Blocker. Der Browser bringt außerdem einen Video-Player ("Duck Player") mit, der das Tracking von Cookies und personalisierten Anzeigen auf YouTube blockt. Hier geht's zum Download.

Der Browser bietet zudem eine Smarter Encryption und eine Cookie-Popup-Verwaltung, die automatisch "Private-Optionen" bevorzugt und beispielsweise die auf vielen Websites zu findende Anzeige "Ich akzeptiere" in Consent-Popups ausblendet. Der Browser verfügt ferner über die von der Suchmaschine bekannte "Fire"-Taste, mit der der Browser-Verlauf, Cookies und alle geöffneten Registerkarten sofort geschlossen beziehungsweise gelöscht werden können.

In der linken Ecke der Adressleiste können Nutzer verschiedene Arten des Schutzes für einzelne Webseiten ein- und ausschalten. Ferner ist eine E-Mail-Schutzfunktion geboten, mit der Anwender ihre E-Mail-Adresse auch dann geheim halten können, wenn sie sich für beliebige Webdienste anmelden.

Sicherheitsfunktionen sind standardmäßig eingeschaltet

All diese Funktionen sind standardmäßig aktiviert, so dass Benutzer nicht erst in die Einstellungen gehen müssen, um sie einzuschalten. DuckDuckGo spricht von einem "erstklassigen Datenschutz", der dazu beitragen werde, die Nutzererfahrungen im Internet zu verbessern. Angeblich verbraucht der Browser auch 60 Prozent weniger Daten als Chrome, weil er Tracker blockiert, noch ehe sie geladen werden.

Vor ungefähr einem Jahr hatte DuckDuckGo seinen Browser bereits für Mac-Rechner herausgebracht. Die Verzögerung bei Windows-PCs erklärt das Unternehmen mit den vielen Hardware- und Softwarekonfigurationen, die man berücksichtigen musste. In einer gut dreimonatigen geschlossenen Betaphase habe man das Feedback der Windows-Tester gesammelt und Verbesserungen vorgenommen, um möglichst alle Anforderungen zu erfüllen. Es handele sich aber immer noch um eine Public Beta. Trotz der Bemühungen der Entwickler könne es noch hier und da zu Fehlern kommen.

Keine Browser-Erweiterungen

Der Browser unterstützt keine Extensions, doch laut DuckDuckGo sind viele der nativ eingebauten Funktionen das, was sich Anwender sonst als Erweiterungen installieren: zum Beispiel Ad-Blocker, Passwortverwaltung, Datenschutz und der "Duck-Player-Modus" zum sicheren Betrachten von YouTube-Videos.

Einstellungen im neuen Windows-Browser von DuckDuckGo.
Einstellungen im neuen Windows-Browser von DuckDuckGo.
Foto: DuckDuckGo

DuckDuckGo für Windows wurde von Grund auf im eigenen Haus entwickelt. Das Unternehmen sei zwar dem Open-Source-Gedanken verpflichtet, aber derzeit ist der Code noch proprietär. Der Browser verwendet den Windows-WebView2-Aufruf an die Blink-Rendering-Engine für die Darstellung von Webseiten.

DuckDuckGo bietet auch Browser für Android und iOS an, was es für die Nutzer einfacher machen soll, plattformübergreifend im DuckDuckGo-Ökosystem zu bleiben. (hv)