IT-Gehälter 2018/2019

Der große Gehaltsvergleich in der Informatik

06.12.2018
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Das letzte überdurchschnittliche Gehaltsplus von im Mittel 6,2 Prozent liegt für ­IT-Profis schon drei Jahre zurück. Seitdem geht es moderater vorwärts. In diesem Jahr wuchsen die Gehälter über alle Berufsgruppen hinweg um 3,5 Prozent an. Das ist ein Ergebnis der exklusiven Vergütungsstudie von Compensation Partner und der COMPUTERWOCHE.

Noch kann niemand genau sagen, ob und wie stark das Dauerthema Digitalisierung die Gehälter der IT-Fachkräfte beeinflussen wird. Sicher ist, dass diejenigen, die hier gefragt sind, auf der Sonnenseite des Arbeitsmarkts stehen. Richtig ist auch: Das Klagen vieler Arbeitgeber über den Fachkräftemangel dürfte nicht leiser werden. Umgekehrt spüren die meisten IT-Experten aber nicht, dass der Fachkräftemangel zu einer Explosion bei den IT-Gehältern führen würde.

Wie eigentlich immer läuft es darauf hinaus, dass nur einige wenige Spezialisten überdurch­schnittlich von der aktuellen Entwicklung profitieren. Andere wiederum müssen aufpassen, den Anschluss nicht zu verpassen.

Tim Böger, Geschäftsführer der Hamburger Vergütungsberatung Compensation Partner und Projektleiter der Studie, hat einen eindeutigen Gewinner im Poker um IT-Spitzengehälter ausgemacht. Es ist der Security-Experte, dessen durchschnittliches Bruttojahresgehalt in den vergangenen beiden Jahren von 71.100 auf mittlerweile 75.600 Euro stieg. "Die Sicherheitsexperten werden immer wichtiger - zum Beispiel vor dem Hintergrund der zunehmenden Cyber-Attacken auf global agierende Unternehmen", sagt Böger. Eine Folge der Digitalisierung und Vernetzung seien neue Sicherheitslücken und Schlupflöcher für Cyber-Kriminelle, die es zu schließen gelte.

SAP-Berater verdienen nach den Security-Profis am besten

Zu den Spitzenverdienern unter den IT-Fachkräften ohne Personalverantwortung gehören auch der SAP-Berater mit einem Jahres­gehalt von 72.900 Euro, der "normale" IT-Berater (72.500 Euro) und der Projektleiter mit einem Jahressalär von durchschnittlich 72.300 Euro. Haben die Experten Personalverantwortung, können sie sogar mit einem 25- bis 35-prozentigen Aufschlag rechnen.

Das Schlusslicht bilden die Mitarbeiter in der System- und Netzadministration (49.300 Euro) und im Anwender-Support (44.800 Euro). Die Einkünfte der weniger Qualifizierten stagnierten, so Böger. Der Druck auf Mitarbeiter aus dem Support und der Administration wachse. Das Thema Outsourcing spiele nach wie vor eine Rolle, wenn es darum gehe, Kosten zu senken.

Tim Böger, Compensation Partner: Die Sicherheitsexperten bleiben unter den IT-Fachkräften die Gewinner im Poker um die IT-Spitzengehälter.
Tim Böger, Compensation Partner: Die Sicherheitsexperten bleiben unter den IT-Fachkräften die Gewinner im Poker um die IT-Spitzengehälter.
Foto: Böger - Personalmarkt

Master verdienen immer mehr

Knapp 60 Prozent aller Personen, deren Daten in die Gehaltsstudie eingeflossen sind, verfügen über einen Hochschulabschluss. Am besten honoriert wird das Universitätsdiplom mit durchschnittlich 76.500 Euro (Vorjahr 72.700 Euro), ein Fachhochschulabschluss bringt 70.700 (Vorjahr 69.200 Euro). Der Master hat noch nicht das Niveau des Diploms erreicht, die Gehaltssteigerung ist aber überdurchschnittlich, so dass im Mittel 65.600 Euro jährlich gezahlt werden (Vorjahr 60.900 Euro).