Automatisierung der Lagerlogistik

Amazon kauft belgischen Roboterbauer

13.09.2022
Von 
Jürgen Hill ist Chefreporter Future Technologies bei der COMPUTERWOCHE. Thematisch befasst sich der studierte Diplom-Journalist und Informatiker derzeit mit aktuellen IT-Trendthemen wie KI, Quantencomputing, Digital Twins, IoT, Digitalisierung etc. Zudem verfügt er über einen langjährigen Background im Bereich Communications mit all seinen Facetten (TK, Mobile, LAN, WAN). 
Amazon übernimmt den belgischen Mechatronik- und Roboterhersteller D. Cloostermans-Huwaert NV. Mit dem Zukauf will der E-Commerce-Riese die Automatisierung seiner Logistikzentren beschleunigen.
Amazon baut mit der Übernahme des belgischen Unternehmens D. Cloostermans-Huwaert seinen Robotics-Bereich aus.
Amazon baut mit der Übernahme des belgischen Unternehmens D. Cloostermans-Huwaert seinen Robotics-Bereich aus.
Foto: Amazon

Um die Automatisierung seiner Logistikzentren voranzutreiben, kauft Amazon das in Belgien ansässige Unternehmen D. Cloostermans-Huwaert NV. Das Unternehmen wurde 1884 als Hersteller von Maschinen zur Textilproduktion gegründet. Heute beschäftigt Cloostermans rund 200 Mitarbeiter und hat sich auf die Bereich Mechatronik und Robotik spezialisiert.

Integration in Global Robotics

Details zu dem Deal teilten beide Unternehmen nicht mit. Von Amazons Seite heißt es lediglich, dass man den Zukauf in die eigene Sparte Global Robotics integrieren werde. Diese hatte Amazon 2021 nach der Übernahme von Kiva Systems gegründet. Mit Cloostermans unterhält Amazon seit 2019 Geschäftsbeziehungen und nutzt die Produkte der Belgier, um schwere Paletten und Behälter zu bewegen und zu stapeln oder Produkte für die Auslieferung an die Kunden zusammenzupacken.

Ausbau in Europa

Mit der Übernahme baut Amazon die Präsenz von Global Robotics in Europa weiter aus. Erst im vergangenen Jahr hatte der Konzern sein European Innovation Lab in Italien eröffnet, das sich auf neue ergonomische Technologien konzentrieren soll. Die Ausweitung der eigenenDesign- und Fertigungskapazitäten ist laut Microsoft nur eine der vielen Möglichkeiten, wie der Konzern in Technologien innerhalb des eigenen Unternehmens investiere. Erst kürzlich hatte der E-Commerce-Gigant eine Reihe neuer Robotertechnologien angekündigt, darunter Proteus, Amazons erster vollständig autonomer mobiler Roboter. Dieser setzt fortschrittliche Sicherheits-, Wahrnehmungs- und Navigationstechnologien ein, um sich um die Mitarbeiter herum zu bewegen, ohne auf bestimmte Bereiche beschränkt zu sein.

Seit Amazon 2012 mit der Einführung von Robotern in seinen Einrichtungen begann, hat sich deren Zahl auf 520.000 Stück erhöht. Vorwürfen, mit der Robotereinführung habe der Konzern Tausende von Stellen abgebaut, widerspricht Amazon mit dem Argument, dass die Automatisierung zu neuen Arbeitsplätzen geführthabe, darunter Roboter- und Mechatronik-Wartungstechniker sowie andere Spezialisten.