Privatsphäre

Welche Handy-Apps spionieren mich aus?

09.09.2023
Von 
Arne Arnold arbeitet seit über 15 Jahren bei der PC-WELT als Redakteur in den Bereichen Software und Internet. Sein Schwerpunkt liegt auf dem Thema Sicherheit für Endanwender bei PC und Mobil-Geräten.
Das Privatsphärendashboard von Android 12 und höher zeigt die Zugriffe von Apps auf Mikrofon, Standort und Kamera sowie zehn weitere Zugriffspunkte in den letzten 24 Stunden an. Für ältere Android-Versionen steht zum selben Zweck einen App bereit.
Foto: fizkes - shutterstock.com

Im Mai 2023 wurde auf Twitter diskutiert, ob die App Whatsapp heimlich auf das Mikrofon des Smartphones zugreift und die Nutzer ausspioniert. Dieser Verdacht lag nahe, weil das sogenannte Privatsphärendashboard eines Android-Geräts den Zugriff der App auf das Mikrofon protokolliert hatte.

Nach einigem Hin und Her stellte sich heraus, dass Whatsapp für Android einen Bug hatte, der den Zugriff auslöste. Audioaufzeichnungen hätten laut Entwickler nicht stattgefunden. Diese Episode ist Grund genug, auf das Privatsphärendashboard von Android 12 und höher hinzuweisen.

Es zeigt die Zugriffe von Apps auf Mikrofon, Standort und Kamera sowie zehn weitere Zugriffspunkte in den letzten 24 Stunden. Sie finden das Dashboard bei Smartphones mit reinem Android unter "Einstellungen -› Sicherheit und Datenschutz -› Datenschutz -› Privatsphärendashboard". Bei Samsung-Smartphones finden Sie die Funktion unter "Einstellungen -› Sicherheit und Datenschutz -› Privatsphärendashboard".

Ab Android 12 liefert Google das Privatsphärendashboard in der Einstellungs-App. Es zeigt die Zugriffe von Apps auf dreizehn Berechtigungspunkte wie etwa „Standort“, „Mikrofon“ oder „Kalender“. Die kostenlose Open-Source-App Privacy Dashboard bringt die Funktion des „Privatsphärendashboard“ von Android 12 auch auf Smartphones mit älteren Android-Versionen.
Ab Android 12 liefert Google das Privatsphärendashboard in der Einstellungs-App. Es zeigt die Zugriffe von Apps auf dreizehn Berechtigungspunkte wie etwa „Standort“, „Mikrofon“ oder „Kalender“. Die kostenlose Open-Source-App Privacy Dashboard bringt die Funktion des „Privatsphärendashboard“ von Android 12 auch auf Smartphones mit älteren Android-Versionen.

Das Privatsphärendashboard zeigt oben ein Kreisdiagramm mit den Zugriffen der letzten 24 Stunden und darunter die einzelnen Zugriffspunkte wie etwa "Standort" oder "Kontakte". Wenn Sie darauf tippen, sehen Sie, welche Apps in dem jeweiligen Bereich aktiv waren. Tippen Sie zum Beispiel auf den Punkt "Mikrofon", sehen Sie genau, welche Apps wann auf das Mikrofon zugegriffen haben, etwa die Kamera- und die Audiorecorder-App. Befindet man sich in einer der Rubriken, kann man von dort aus über "Berechtigungen verwalten" einzelnen Apps das Zugriffsrecht entziehen.

Wer eine ältere Version als Android 12 nutzt, hat zwar keinen Zugriff auf Googles Privatsphärendashboard, findet jedoch mit der kostenfreien Open-Source-App "Privacy Dashboard" einen beinahe gleichwertigen Ersatz. Trotz des englischen App-Namens startet die App deutschsprachig.

Der größte Unterschied zwischen der App und dem Dashboard aus Android 12 ist, dass die App nur die drei Zugriffspunkte "Standort", "Mikrofon" und "Kamera" direkt überwacht. Dafür bietet sie die Möglichkeit, den Zugriff einer App auf einen der drei Punkte sofort in der Infoleiste anzuzeigen. Die Option finden Sie in der App unter "App-Einstellungen -› Benachrichtigungsbenachrichtigung".

(PC-Welt)