"Eignet sich für visionäre Unternehmen"

Was die DSAG von S/4HANA hält

03.02.2015
Von 
Thomas Cloer war Redakteur der Computerwoche.
SAP hat heute wie erwartet seine neue ERP-Suite "S/4HANA" angekündigt. Die Anwendergruppe DSAG liefert bereits eine Einordnung: Für den Großteil der Unternehmen dürfte das Produkt noch Zukunft bleiben.

SAP hat heute das neue Produkt SAP S/4HANA vorgestellt. Einzelne Vorstände der DSAG haben das Produkt unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet:

Zum Produkt allgemein

Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V.: "SAP S/4HANA ist die Evolution der bisherigen SAP Business Suite. Das Produkt eignet sich für visionäre Unternehmen bzw. Vorreiter, für die innovativ abgebildete Geschäftsprozesse einen großen Wettbewerbsvorteil darstellen. Für den Großteil der Unternehmen dürfte das Produkt noch Zukunft bleiben. Ihre Prioritäten liegen eher auf klassischen Projekten rund um das ERP-System."

"Mit SAP S/4HANA bündelt SAP ihre Innovationen in einem neuen Produkt. Das bedeutet: das ERP, die Datenbank-Technologie HANA und neue verbesserte Anwendungen verschmelzen in einem Produkt, das über den Browser genutzt werden kann."

Zum Betriebsmodell

Gerhard Göttert, Vorstand Anwendungsportfolio bei der DSAG: "Die Strategie der SAP, das neue Produkt SAP S/4HANA ihren Kunden sowohl On-Premise als auch in der Private- und in der Public Cloud zur Verfügung zu stellen, ermöglicht den Unternehmen das für sie sinnvolle Betriebsmodell zu wählen. Wir erwarten, dass der Funktionsumfang von SAP S/4HANA für alle Betriebsmodelle identisch ist. Sollten jedoch Einschränkungen, auch im Vergleich zur existierenden SAP Business Suite, bestehen, müssen diese von SAP klar kommuniziert werden."

"Mit der Verfügbarkeit von SAP S/4HANA für On-Premise-Lösungen bestätigt SAP, dass eine digitale Transformation auch auf Basis eines über Jahrzehnte erprobten und verlässlichen Betriebsmodells möglich ist. Die Komplexität der weit verbreiteten SAP-Unternehmenssoftware zu Gunsten von flexiblen und einfachen Anwendungen zu reduzieren, war immer eine Forderung der DSAG."

Zum Übergang in die neue ERP-Welt

"Aus Sicht der DSAG ist die Tatsache erfreulich, dass Kunden grundsätzlich ein schrittweiser Übergang aus der bestehenden ERP-Welt in SAP S/4HANA ermöglicht wird. Wir erwarten in diesem Zusammenhang, dass die Kunden beim notwendigen Transformationsprozess von SAP begleitet werden. Auch hier, wie in anderen Bereichen, ist es wichtig, dass SAP den Business-Mehrwert von SAP S/4HANA anschaulich darstellt."

Wahlfreiheit der Datenbank

"Wir sehen der weiteren Entwicklung von SAP S/4HANA gespannt entgegen. Konkret fordern wir, dass SAP u. a. eine "echte" Wahlfreiheit für die Kunden im Bereich der Datenbanken beibehält. Alternativen zur SAP-HANA-Datenbank müssen ohne Funktions- und Leistungseinschränkungen möglich bleiben."

Zum Preismodell

Andreas Oczko, Vorstandsmitglied DSAG
Andreas Oczko, Vorstandsmitglied DSAG
Foto: DSAG

Andreas Oczko, Vorstand Operations/Service & Support bei der DSAG: "Wir als DSAG sind davon überzeugt, dass die Kunden ein Anrecht darauf haben, dass über die Datenbank hinaus keine weiteren Lizenzkosten für SAP S/4HANA entstehen. Die Unternehmen werden sich die Entwicklung in diesem Bereich genau anschauen und sehen, ob das Produkt einen entsprechenden Mehrwert liefert."

Weiterentwicklung von Bestandslösungen

"Die bei den Kunden bereits eingesetzten installierten Lösungen dürfen von SAP nicht außer Acht gelassen werden. Bestehende SAP-Produkte müssen im Rahmen der Wartungszusage von SAP bis 2025 signifikant weiterentwickelt werden, da die Kunden hier regelmäßig über die Wartungszahlungen in die Softwarepflege investieren. Die bestehenden Produkte müssen seitens SAP zumindest gleichberechtigt zu S/4HANA behandelt werden."