Podcast Employee Experience

Jeder dritte Beschäftigte will kündigen

24.01.2023
Von Computerwoche Redaktion
Gute IT-Professionals finden und halten – darum geht es in der aktuellen Ausgabe des Podcasts TechTalk von COMPUTERWOCHE, CIO und CSO. Unser Gast: Kálmán Györy von Personio.
Darüber zu reden und zu wissen, was Beschäftigte bei der Stange hält und motiviert, ist eine Führungsaufgabe.
Darüber zu reden und zu wissen, was Beschäftigte bei der Stange hält und motiviert, ist eine Führungsaufgabe.
Foto: BAZA Production - shutterstock.com

Talentierte IT-Profis waren schon immer knapp, doch derzeit spitzt sich die Lage besonders zu. Die umworbenen Talente können sich angesichts des Megatrends Digitalisierung vor Angeboten kaum retten und sind entsprechend wählerisch.

Während der Corona-Krise hat in vielen Unternehmen die Loyalität der Mitarbeitenden - auch in der IT - gelitten. Daher kann Podcast-Gast Kálmán Györy mit Begriffen wie "Great Resignation" oder "Quiet Quitting" durchaus etwas anfangen. "Wir haben in einigen Studien herausgefunden, dass Mitarbeitende ihre beruflichen und privaten Werte in den letzten zwei Jahren neu ausgerichtet haben", erklärt Györy, der in der Personalabteilung des Münchner Unicorns Personio ein Team leitet, das international nach IT-Talenten fahndet. "Ungefähr jeder dritte Mitarbeiter plant momentan, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten zu kündigen."

Was können Unternehmen also tun, um ihre Leistungsträger zu halten? Für Györy ist die Unternehmenskultur das Fundament von allem. Transparenz, offene Kommunikation und ein regelmäßiger "Pulse Check" bei den Mitarbeitenden seien erfolgsversprechende Maßnahmen. "37 Prozent geben laut Umfrage an, in ihrem Job unglücklich zu sein", sagt der Personio-Manager. Das zu erkennen, sei eine Schlüsselaufgabe von Führungskräften in den Fachabteilungen und von den Personalern. Beide müssten eng zusammenarbeiten, um die "Employee Experience" im Unternehmen auf hohem Niveau zu halten.

Nur wer nahe dran ist, kann Kündigungen vorbeugen

Gerade in Krisenzeiten wie diesen gilt es laut Györy, genau hinzuhören. "Entlassungen, wie sie jetzt in großen Tech-Konzernen stattfinden, können die Stimmung im Unternehmen negativ beeinflussen -und damit auch die Produktivität und den betrieblichen Erfolg." Außerdem sollte das Thema Work-Life-Balance berücksichtigt werden: "Viele Mitarbeitende haben in den letzten zwei oder drei Jahren für sich herausgefunden, dass sie damit nicht mehr zufrieden sind. Sie haben mehr Zeit zu Hause verbracht und festgestellt, wie gut ihnen das tut.

Transparenz, offene Kommunikation und ein regelmäßiger "Pulse Check" bei den Mitarbeitenden sind erfolgsversprechende Maßnahmen, so Kálmán Györy.
Transparenz, offene Kommunikation und ein regelmäßiger "Pulse Check" bei den Mitarbeitenden sind erfolgsversprechende Maßnahmen, so Kálmán Györy.
Foto: Personio

Und last, but not least hat sich vielen Beschäftigten in der Krise die Sinn-Frage gestellt: Was ist der Zweck meiner Arbeit und will ich damit mein Leben verbringen? Darüber zu reden und zu wissen, was Beschäftigte bei der Stange hält und motiviert, ist eine Führungsaufgabe. (hv)